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Editorial der Präsidentin

Liebe Tierfreunde

Leben in all seinen Formen gilt es zu achten und zu schützen.

Für uns Menschen sollte es eine natürliche Herzensangelegenheit sein, bei unserer eigenen Spezies möglichst Leid, Missbrauch und Qual helfen zu verhindern, aber uns auch voll dafür einzusetzen, diese zu bekämpfen und zu lindern.

Bei unserem Mitgeschöpf Tier muss es uns ein Gleiches sein. Wir empfangen von ihm Liebe, Freude, Freundschaft, es gibt und ist uns Nahrung und vieles mehr. Für viele kranke Kinder und Erwachsene ist das Tier als Therapie die einzige Rettung; für viele der beste Freund.

Man muss, meine ich, all die unendlichen Leiden gar nicht aufzählen, die wir Tieren zufügen: Aus Gier, aus Gewinnsucht, aus Bosheit, aus Achtlosigkeit, aus Eitelkeit, aus fehlgeleitetem Religionsverständnis, aus Überheblichkeit, aus Angst vor dem Endlichen, aus fehlgeleiteter Sexualität, aus Lust auf Mord, Lust auf Delikatessen, auch wenn diese Qualprodukte sind, schliesslich auch aus Unwissenheit oder Borniertheit.

Es gibt sicherlich unterschiedliche Toleranzeinschätzungen in der Mensch-Tier-Beziehung – insbesondere hinsichtlich der Art und Weise sich des Tieres als Nahrungs- und Kleidungsspender zu bedienen.

Aber es gibt nur eine klare Haltung zum Schutz des Tieres, es gibt nur einen achtvollen Respekt vor dem Tier. Man kann nicht von guter bäuerlicher Tierhaltung sprechen, wenn die Kühe im Stall permanent unter einem "Kuhtrainer" leiden. Man kann nicht von artgerechter Haltung bei einem Hund sprechen, wenn man ihn zwar füttert, aber dem Rudeltier keinen Artgenossen gibt und/oder ihn nicht ins menschliche Rudel einbezieht. Man kann nicht gestopfte Gänseleber geniessen und sagen, man wisse nichts von der qualvollen Vorgeschichte. Ein Statussymbol wie Pelz müsste im Wissen um dessen grauenvolle Produktion längst obsolet sein, ist leider aber immer noch salonfähig. Tiere sind häufig nur noch verdinglichter industrieller Produktionsfaktor.

Unsere dringlichste Aufgabe ist es, dem Tier in Wissenschaft und Wirtschaft, in Politik und Gesellschaft eine Stimme zu geben. Unseren Mitgliedern, Gönnern und Sympathisanten sagen wir sehr herzlich Dank für jede finanzielle, tatkräftige und geistige Unterstützung.


Ihre Katharina Büttiker

 


   Katharina Büttiker